Tratsch im Treppenhaus
Klatsch und Tratsch im Mietshaus sorgen für Chaos.
Robin Wagner
Kurzbeschreibung
Mal König, mal Riese, selten ganz normal.
„Ich bin der Riese Rummelbumm und mir gehört der Wald ringrum!“
Diesen Satz werde ich wohl nie vergessen. Als sich 2012 zum ersten Mal der Vorhang der Rheinhausenhalle öffnete und ich im Wintermärchen „Das tapfere Schneiderlein“ als Riese Rummelbumm vor Publikum stehen durfte, begann meine Bühnenkarriere, wenn man das so nennen möchte.
Auch 14 Jahre später habe ich diesen ersten Moment noch ziemlich genau vor Augen.
Aber vielleicht stelle ich mich erst einmal vor. Mein Name ist Robin Wagner, ich bin 34 Jahre alt und seit 2012 aktives Mitglied unseres Theatervereins. Wenn ich nicht gerade auf der Bühne stehe oder irgendwo hinter den Kulissen unterwegs bin, arbeite ich als Erzieher und Leiter einer Kindertageseinrichtung.
Kreativität, Spontaneität und manchmal auch ein bisschen Improvisation gehören also nicht nur auf der Bühne zu meinem Alltag. Und wenn ich so darüber nachdenke, liegen mein Beruf und das Theater gar nicht so weit auseinander. In beiden Bereichen braucht man Fantasie, Geduld, Humor und gelegentlich auch starke Nerven.
Seit meinem ersten Auftritt durfte ich in zahlreichen Wintermärchen mitspielen und dabei in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen. Ob Zwerg, Müllerssohn, König, Wesir oder Rattenfänger, langweilig wurde es dabei eigentlich nie.
Besonders schön finde ich es, unser Publikum mit ins Land der Märchen zu nehmen. Wenn sich der Vorhang öffnet, die Geschichte beginnt und gerade die kleinen Zuschauer ganz gespannt verfolgen, was auf der Bühne passiert, ist das jedes Mal wieder ein tolles Gefühl. Und wenn dann auch noch die Erwachsenen mitfiebern, haben wir wohl einiges richtig gemacht.
2016 durfte ich mit „Alles nur Theater“ zum ersten Mal auch bei einer unserer Sommerkomödien mitspielen. Das war für mich noch einmal eine ganz andere Erfahrung.
Während man im Wintermärchen oft Figuren spielt, die es so im echten Leben gar nicht gibt, begegnet man in den Sommerstücken eher Charakteren, die einem durchaus auch im Alltag über den Weg laufen könnten. Mal sympathisch, mal etwas eigenartig, mal ziemlich anstrengend und manchmal auch alles zusammen.
Gerade das finde ich besonders spannend. Sich auf einen neuen Charakter einzulassen, bestimmte Eigenschaften anzunehmen, eigene Verhaltensweisen bewusst zu verändern und trotzdem glaubwürdig zu bleiben, ist gar nicht so einfach. Man muss sich manchmal ganz schön überwinden, um eine Rolle so zu spielen, wie sie gedacht ist. Aber genau diese Herausforderung macht mir Spaß.
Theater bedeutet für mich vor allem, den Kopf auszuschalten, den Alltag draußen zu lassen und für eine gewisse Zeit jemand anderes sein zu dürfen. Dinge auszuprobieren, die ich sonst vielleicht nie machen würde, die eigene Komfortzone zu verlassen und auch mal über mich selbst hinauszuwachsen. Und manchmal merkt man dabei, dass doch mehr in einem steckt, als man vorher gedacht hätte.
2017 war für mich ein besonderes Theaterjahr. Zum 70-jährigen Bestehen unseres Vereins durfte ich gemeinsam mit Aljoscha Liebert bei der Komödie „Gute Geister“ zum ersten Mal Regie führen. Auf einmal stand ich nicht nur selbst auf der Bühne, sondern durfte auch mitentscheiden, wie Szenen entstehen, Figuren miteinander umgehen und sich am Ende alles zu einem Stück zusammenfügt. Das war eine spannende Aufgabe und hat mir noch einmal gezeigt, wie viel Arbeit eigentlich hinter einer Aufführung steckt.
Im selben Jahr habe ich außerdem mein Studium im Bereich Theaterpädagogik abgeschlossen. Die Verbindung zwischen meiner pädagogischen Arbeit und dem Theater spielt deshalb bis heute eine wichtige Rolle für mich.
Und wenn ich nach meinen Lieblingsrollen gefragt werde?
Das ist tatsächlich gar nicht so leicht zu beantworten. Über die Jahre sind einige Rollen zusammengekommen, und eigentlich verbinde ich mit jeder davon ganz bestimmte Erinnerungen.
Wenn ich mich aber auf drei festlegen müsste, wären das wohl Herr Tramsen, der Hausbesitzer aus „Tratsch im Treppenhaus“, der Rattenfänger aus unserem Wintermärchen „Das tapfere Schneiderlein“ von 2024 und der König aus „Aschenputtel“.
Drei ziemlich unterschiedliche Typen, die mir beim Spielen besonders viel Freude gemacht haben. Trotzdem wäre es schade, die vielen anderen Rollen dabei zu vergessen. Jede hatte ihre Eigenheiten, ihre lustigen Momente und manchmal auch ihre ganz eigenen Schwierigkeiten. Und genau deshalb erinnere ich mich gerne an sie zurück.
Neben der Schauspielerei ist mir aber auch unser Vereinsleben unglaublich wichtig.
Für mich gehört zu einem Theaterverein nämlich deutlich mehr, als gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Es sind auch die Proben, die Gespräche zwischendurch, die gemeinsamen Aktionen, das Lachen hinter der Bühne und natürlich unsere Feiern, die das Ganze besonders machen.
Ich mag es, wenn Menschen zusammenkommen, gemeinsam etwas unternehmen und einfach eine gute Zeit miteinander haben. Deshalb kümmere ich mich im Verein auch gerne um die Koordination von Veranstaltungen und alles, was unser Miteinander betrifft.
Und ja, die Partys gehören für mich definitiv dazu. Wer schon einmal auf einer unserer Premierenfeiern war, weiß vielleicht, dass ich meistens zu den Letzten gehöre, die nach Hause gehen. Irgendjemand muss schließlich abschließen. 😉
Ein weiterer Bereich, der mir sehr am Herzen liegt, ist unsere bühne47-Kids-Crew.
Hier kann ich meine Erfahrungen aus meinem Beruf und meinem theaterpädagogischen Studium gut miteinander verbinden. Mein Schwerpunkt liegt dabei besonders auf der Zusammenarbeit mit den Eltern und der Verbindung zur theaterpädagogischen Arbeit mit unseren Kids.
Ich finde es schön zu sehen, wie Kinder und Jugendliche beim Theater immer mutiger werden, eigene Ideen entwickeln und sich Dinge zutrauen, die sie sich am Anfang vielleicht noch gar nicht vorstellen konnten.
Gerade weil ich selbst noch so genau weiß, wie sich mein erster Auftritt angefühlt hat, finde ich es spannend, die Kids bei ihren eigenen ersten Schritten auf der Bühne zu begleiten. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere in vielen Jahren ja auch noch an den allerersten Satz vor Publikum.
Nach all den Jahren ist unser Theater für mich ein Stück Zuhause geworden. Hier habe ich viele Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen, tolle Aufführungen erlebt und Erinnerungen gesammelt, die ich nicht missen möchte. Ich freue mich jedes Jahr auf neue Stücke, neue Rollen und die Frage, was wohl als Nächstes auf mich zukommt. Auch nach 14 Jahren gibt es immer noch etwas Neues zu entdecken, und genau das macht es für mich aus.
Wer hätte damals gedacht, dass aus dem Riesen Rummelbumm, dem angeblich der ganze Wald gehört, einmal jemand wird, der so viel Zeit auf und hinter der Bühne verbringt? Ich jedenfalls nicht. Aber ich bin froh, dass sich dieser Vorhang 2012 für mich geöffnet hat.
Und solange ich Spaß daran habe, in andere Rollen zu schlüpfen und gemeinsam mit unserem Verein Theater zu machen, wird man mich wohl auch weiterhin auf der Bühne antreffen.
Produktionen
Tratsch im Treppenhaus
Klatsch und Tratsch im Mietshaus sorgen für Chaos.
Keine halben Sachen
Eine Komödie über eine Pension am Abgrund und einen fiesen Plan.
Halbpension mit Leiche
Eine Pension mit mörderischem Service und skurrilem Personal.
Die Perle Anna
Eine Haushälterin, die sturmfreie Bude und unerwarteter Besuch.
Der Froschkönig
Ein sprechender Frosch, eine Prinzessin und die Kraft des Herzens.